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"Der Wortakrobat und Jongleur ist zugleich der Gewinner des Publikumspreises 2015. Der Lokalmatador und Ausnahmekünstler trägt Texte vor, die derart eindringlich sind, dass die Besucher lange darüber reden. Dialektforscher Prof. Ludwig Zehetner sagte vergangenes Jahr beim Wettbewerb: "So etwas habe ich noch nicht gesehen oder gehört, absolut einmalig." (Rundschau, 13.04.2016)



Temporeich ging es bei Matthias Gietl zu. Er servierte Sprachkunst der  besonderen Art. Philosophische Betrachtung oder gekonnter Klamauk?  Diese Frage stellte sich bei seinen Überlegungen zu widersetzen oder  wieder setzen, zu widerstehen oder wieder stehen. Und großartig war  schließlich die Geschichte vom Wasserhuhn und Wasserhahn, die mit immer  weniger Buchstaben auskommen musste, bis sie schließlich in  unverständlichem Kauderwelsch endete. (Mittelbayerische Zeitung, 24.11.14)



Sein  Repertoire ist dabei eng verbunden mit dem Werk Friedhelm Kändlers,  Kabarettist und Dichter, der Matthias Gietl künstlerisches Vorbild ist.  Wenn er etwa dessen Stück „Wilder Honig“ interpretiert, springt er auf,  läuft vom Tisch zum Sessel, hüpft hinauf, schlackert mit den Armen und  erzählt mit ausgefeilter Mimik von einem Ehepaar auf der Suche nach  neuen Wegen in der Liebe. (…) wird daraus ein Auftritt, den man als  grotesk-clowneskes Lustspiel in einem Akt bezeichnen könnte. Oder auch  als vier Minuten, die es in sich haben – und in denen klar wird, dass  Clownsein auch eine Art Philosophie ist. (Mittelbayerische Zeitung, 12.02.10)

Dann  erobert Gietl die Bühne mit einer völlig anderen Art der Präsenz. Es  ist sein Gesicht, das fasziniert. Die Mimik, die kontrollierten  Körperbewegungen, die Unsicherheit, Dreistigkeit, Mut, Angst, Freude und  Unverfrorenheit darstellen können. Er rezitiert Gedichte, von einer  blonden langhaarigen Frau, die er gerne… naja, vernaschen würde, die er  jedoch nicht erreicht, zumal dann nicht, wenn er ihr am Ende in seiner  Not das Bein stellt. Komisch? Irritierend? Absurd? Gietl ist von allem  ein bisschen und komponiert all diese Ingredienzien zu einem stets  neuen, überraschenden Produkt der Unterhaltung zusammen. (Mittelbayerische Zeitung, 31.07.2010)



Wir  glauben, dass wir mit dem Älterwerden klüger werden. Das ist ein  Irrtum“, sagt Matthias Gietl. Der Comedian steht im hellen  Scheinwerferlicht der Bühne, langsam und würdevoll rezitiert er die  Worte Friedhelm Kändlers. „Älterwerden bedeutet nicht, dass wir klüger  werden. Es bedeutet, dass wir uns finden. Das schließt ein Dümmerwerden  aber nicht aus“, sagt Gietl trocken, und das Publikum tobt vor Lachen. (Hannoversche Allgemeine Zeitung, 09.02.11)